Copyright am Text: Veronika Mauel

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WIE ALLES BEGANN ...

 

Aleksanders Tagebuch

 

Die Vorgeschichte zum neuen Fantasybuch

 

 

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Ihr wollt unbedingt noch mehr über ihn erfahren?

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Er freut sich auf dich!

 

 


 

1. Eintrag

Es war nicht immer alles leicht für mich, obwohl es das hätte sein sollen.

An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern.

Weiß nicht wie es war und schon gar nicht wie es hätte sein können.

Von der Zeit als wir zu IHM kamen, weiß ich gar nichts mehr.

Ich war viel zu klein. Ein Baby.

Und wieviele Menschen können sich schon an ihre Zeit als Säugling erinnern.

Wobei ich mich nicht direkt als Mensch definieren würde.

Denn über was definiert sich ein Mensch?

Was zeichnet ihn aus?

Menschen haben Bedürfnisse und Gefühle.

Ich verspüre keines von beiden.

Na gut, um ehrlich zu sein, ab und an regt sich da etwas. Etwas, das ich nicht genau beschreiben kann.

Und dieses Etwas verursacht kleine, nadelfeine Stiche in meiner Brust.

Verleitet mich zu Gedankengängen, die ich nicht haben sollte ... dürfte.

Doch meist vergeht dieses seltsame Etwas schnell wieder.

Wird verdrängt von Dingen, die ich tue ... tun muss,

für diese zu tun, ich scheinbar geboren wurde.

Meinem Bruder fallen diese Dinge leichter als mir. Warum weiß ich nicht.

Doch manchmal würde ich es gerne wissen.

ER muss mich oft zurechtweisen.

Mich zu höherer Leistung antreiben. Eine Leistung deren Endresultat davon abhängt, wieviel ich mir erlaube zu spüren.

 

Mein Bruder, Nathan, ist mir weit überlegen. Er handelt unbedacht und impulsiv.

Und genauso ist es richtig.

Genauso ist es gut.

Genauso will ER es haben.

Und ich versuche zumindest es IHM Recht zu machen. So gut ich es eben kann.

Doch oft reicht IHM das nicht. Und dann werde ich bestraft.

Zurecht wie man mir sagt. Und so wird es wohl auch sein.

Es sollte wohl weh tun.

Doch ich erlaube mir nicht Schmerz zu fühlen, darf ihn nicht fühlen. Immerhin spürt ER auch keinen.

Bemerke nur das kalte Leder, dass auf meine Haut knallt und dort rote Striemen hinterlässt.

Ich sehe das Blut, das von meinem Bauch rinnt und auf die Erde tropft.

Wenn ich später über meinen Körper taste ist dort nichts als samtene Haut.

Das ist wohl der Vorteil von dem Ort, an dem ich weile.

Dieser Ort ist für die Ewigkeit und in der Ewigkeit gibt es für mich keine Krankheit und  keinen Tod.

Alles ist unendlich.

Auch ich. Meine Existenz.

Denn ich bin ein Teil davon.

Bin seit  Anbeginn meiner Geburt ein Teil von etwas, das immer war und immer sein wird.



 

2. Eintrag

Eigentlich dachte ich mein Leben, oder ich will es lieber Dasein nennen, denn das Wort Leben hat, meiner Meinung nach, so einen positiven Touch an sich, würde immer so weiter gehen.

Wobei, wenn ich jetzt genauer überlege, ich dachte gar nicht wirklich über mein Dasein nach. Für mich war es einfach Tatsache, dass es so ist wie es ist und auch so bleiben wird.

Doch nun hat ER mich tatsächlich überrascht, obwohl ich SEINE perfiden Spielchen zu genüge kennen müsste.

Ich zermarterte mir den Kopf darüber und tue es noch immer.

Ich hasse mich dafür, dass ich soviel denke und überlege.

Warum kann ich nicht einfach nur handeln?

Warum, zum Teufel!

WARUM?

Doch etwas Positives hat die Sache. Ich verspüre Hass.

Und Hass ist das Einzige was ich fühlen darf.

Auch wenn es in diesem Fall nur Selbsthass ist.

Hass ist ein Gefühl, ein Gefühl das mich daran erinnert lebendig zu sein.

Eine Kreatur zu sein, in deren Inneren ein Herz schlägt.

Auch wenn mein Herz ausschließlich die Funktion übernehmen darf mich am Leben zu erhalten und das für die gesamte Unendlichkeit meines Seins.

Halt, fast hätte ich etwas vergessen.

IHN hasse ich auch.

Doch darauf ist ER stolz.

 ER will gehasst werden.

Hass ist die Wurzel SEINES Daseins.

Böswilligkeit ist SEIN Lebenselixier.

 Und  Selbstsucht ist die imaginäre Krone, mit der ER sich schmückt.

Bis jetzt war die Zeit, die mein Bruder und ich hier verbrachten von Monotonie und sich latent wiederholender Regelmäßigkeit bestimmt gewesen.

Und nun soll sich alles ändern.

ER schickt uns weg.

Schickt uns in eine Welt, die wir nie kennenlernen durften, obwohl es auch einmal die unsere war.

Wenn auch nur für die Dauer eines Augenblicks.

Mein Bruder und ich wurden in diese Welt einst hineingeboren.

Soviel verriet ER uns.

Mehr nicht.

Ich jedoch war begierig darauf mehr zu erfahren. Wollte um die Umstände wissen, die uns zu ihm geführt hatten.

Doch ich wurde mit Nichtbeachtung gestraft.

 ER hüllte sich in Schweigen.

Meinen Bruder störte das nicht, er belachte oft meine, in seinen Augen seltsame Art, meinte ich sei zu weich für das was ich tue und für das was ich bin.

Und wahrscheinlich stimmt das sogar.

Doch, zum Teufel, ich will es nicht sein!!!

Es macht mich kaputt!

 Es zerstört mich, von dem Wunsch besessen zu sein, ein anderer sein zu wollen.

Ich muss mich in den Griff kriegen!

Ich darf nicht zulassen, dass mich Gefühle überrollen!

ICH BIN WAS ICH BIN!

ICH MUSS SO SEIN!

Muss so sein wie ER es will!

 Das ist richtig, alles andere ist falsch.

Und ich werde mich, verdammt nochmal, bemühen es zu schaffen.

Ich werde seine Forderung bestmöglich erfüllen, werde die Aufgabe, die er uns stellt mit Bravour meistern.

Ich bin bereit.

Bin bereit das zu tun, was ER verlangt … wie immer.

Nathan und ich gehen los.

Seite an Seite in Richtung neue Welt.

Sie kommt näher.

Jetzt ist sie nur noch einen Steinwurf entfernt.

 

 

 

3. Eintrag

Wir gehen schneller.

Nathan bestimmt unser Tempo.

Es scheint, als habe er es eilig.

Als könne er es nicht erwarten mit der Erfüllung der Aufgabe zu beginnen.

Aber auch mich treibt eine innere Ruhelosigkeit zu größerer Eile an.

Etwas Helles nimmt mir die Sicht.

Ich schließe geblendet die Augen.

 Plötzlich Sonnenschein auf meiner Haut, auf meinem Haar.

So warm und … irgendwie (würg!) freundlich.

Ganz anders als die Wärme die ich kenne.

Die Wärme die ich bis jetzt auf mir spüren konnte war eher eine feurige Hitze, die einen manchmal zu versengen drohte.

Sie strahlte kein bisschen Freundlichkeit aus, eher das Gegenteil .

War scharf und beißend. Lodernd und gleißend.

Ich hebe vorsichtig die Lider.

Alles ist hell.

Lichtdurchflutete Weite.

Über mir wölbt sich ein blaues, durchsichtiges Tuch, durchzogen von weißen Schlieren.

Der Himmel. Nie war ich ihm näher.

Doch will ich das überhaupt?

Nein! Denn ich habe gelernt ihn zu verachten. Und somit tue ich das auch.



 

4. Eintrag

Ich höre fremdartige Geräusche. Laute und leise.

Niemals zuvor vernahm ich etwas ähnliches.

 Ich sehe ein Beet mit verschiedensten Pflanzen, die einfach unsagbar gut duften.

Unvergleichlich. Einzigartig.

Bisher kannte ich das alles nur von Bildern. Von all jenen Bildern, die ER uns zu betrachten erlaubt hat.

ER besitzt unendlich viele Bücher.

Doch nur wenige davon waren uns zu lesen erlaubt. Und wenn ich jetzt darüber nachsinne, bin ich mir sicher, dass dies nicht grundlos geschehen ist.

ER wusste schon länger, dass ER uns hierher senden wird. Darum hat ER uns erlaubt diese Welt durch Bücher kennenzulernen.

Und rein theoretisch weiß ich sehr viel über diesen Ort, an dem ich nun bin.

Ich fraß die Bücher regelrecht, die ER uns vorlegte.

Saugte Satz für Satz, Buchstabe für Buchstabe in mich auf und konnte niemals genug davon bekommen.

Zu groß war mein Interesse an dieser Welt.

Doch ist es diese Welt wirklich wert, dass man sich für sie interessiert?

Nach allem was ER uns gesagt hat … NEIN!

Ein Haufen degenerierter Lebewesen, die an nichts anderes denken als an ihr eigenes Wohl und ihr Vergnügen … sagt ER.

ER findet das allerdings gut.

Denn die geistige und emotionale Entwicklung dieser Kreaturen wird immer mehr zu SEINEM Vorteil.

Die Bevölkerungsdichte in SEINEM Reich nimmt mit einer Rasantheit zu, die manchmal fast unwirklich erscheint.

Und doch ist es so.

Das ist auch der Grund für die Aufgabe, die ER uns stellt.

 

Ich trete näher an das Beet mit den Pflanzen, die sich beim näheren Betrachten als Kräuter entpuppen.

Eine Staude sieht aus wie ein runder Stachelball. Wobei die Stacheln eigentlich keine sind, sondern nur spitz geformte Blättchen.

Sie sehen aus, als wären sie mit feinem, silbrigen Pelz überzogen. Aus der Mitte der Kugel sprießen Stängel, an deren Enden winzige, lilafarbige Blütenblätter sich zu einer kleinen Kerze formen. Ich kenne diese Pflanze aus einem der Bücher.

Es ist Lavendel.

Ich beuge mich tiefer und atme ein.

Es riecht einfach unbeschreiblich.

Niemals zuvor roch ich einen so köstlichen Duft.

Ich kann nicht genug davon bekommen.

Doch Nathan verpasst mir einen Rempler.

Ich taumle.

Er faucht mich an und zieht mich weiter.

Ich schäme mich!

Lavendel! Was gibt es Peinlicheres als an Kräutern zu schnuppern!

Ich bin wütend auf mich selbst! Hölle, Tod und Teufel wie kann man nur so ein Vollidiot sein!





5. Eintrag

Nathan übernimmt die Führung. Ich trotte hinterher und versuche möglichst nicht durch blödes Geglotze aufzufallen.

Ich werde mich nicht noch einmal vor meinem Bruder (und mir selbst) blamieren!

Ich senke den Blick und lasse meine langen, schwarzen Locken vor mein Gesicht fallen.

Doch ich kann nicht widerstehen ab und an durch mein dunkles Haar zu schielen.

Zu sehr fasziniert mich diese Welt.

Wie kann man nur so verdammt schwach sein!

Ich rufe mir vehemennt ins Gedächtnis weshalb ich hier bin.

Ich habe eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt um mich IHM und schlußendlich auch mir selbst zu beweisen.

Ich bin stark!

Ich bin kalt!

Ich bin gefühllos!

Ich spüre und verbreite nichts anderes als Hass!

Monoton rufe ich mir diese Sätze ins Gedächtnis.

Ich weiß, dass ich mich anstrengen muss.

Es ist ein total abgedrehtes Spiel.

Spiel! Ha! Wie sich das anhört, als wären wir hier um einen Kindergeburtstag zu feiern.

Doch mit so etwas hat unser Spiel nichts, aber auch rein gar nichts gemein.

Es gibt unterschiedliche Arten von Spielen.

Schöne. Lustige. Abwechslungsreiche. Komplizierte. Gesellige.

Doch dann gibt es da auch noch andere.

Grausame. Perfide. Verrückte. Bestialische.

Durch die Augen eines Menschen betrachtet würde sich unser Spiel wohl in den Kategorien GEISTESKRANK – GRAUSAM – DÄMONISCH wieder finden.  

Auch eine ziemlich passende Beschreibung unserer Charaktere fällt mir da gerade auf.

Nathan wird mir bei all dem nichts schenken.

Er wird versuchen mich auszuboten und zu übertrumpfen wo immer es geht.

Ich werde es nicht leicht haben.

Er ist stärker als ich.

Emotionsloser.

Er ist wie ER.

Vielleicht habe ich von vornherein die Arschkarte gezogen.

Doch trotz allem, wie heißt es so schön: „Lasset die Spiele beginnen!“

 

6. Eintrag

Nathan und ich suchen den Ort auf, den ER uns beschrieben hat.

 Wir finden alles so vor, wie ER es prophezeit hat.

Es ist kein Luxusquartier, das wir beziehen, aber das sind wir auch nicht gewöhnt. Außerdem wäre, in Anbetracht unseres Vorhabens, jedes Mehr an Luxus reine Verschwendung.

 Zwei riesige, schwarze Motorräder stehen im Schatten einer wuchtigen Buche.

Eines für jeden von uns.

Mein absolutes Highlight an diesem Tag.

Am liebsten würde ich mich sofort auf den Sitz schwingen und einfach nur Gas geben.

Geschwindigkeit.

Adrenalin.

Kein Denken, nur noch das berauschende Gefühl absoluter Freiheit spüren.

Doch zuerst gilt es sich wichtigeren Dingen zu widmen.

Im Inneren des kleinen Häuschens finden wir zwei dunkle Rucksäcke vor, darin das Nötigste um sich in der Gesellschaft bewegen zu können.

Damit hört SEINE „Fürsorge“ auch schon auf.

Fürsorge! Ich kann ein verächtliches Schnauben nicht unterdrücken.

Nathan mustert mich daraufhin kalt und … irgendwie abschätzend.

Ich ertrage seine Blicke nicht, wende mich ab und sehe aus dem Fenster.

Die Sonne beginnt unterzugehen.

Ein Rascheln schreckt mich auf.

Ich sehe wie Nathan einen Kapuzenpulli aus dem Rucksack hervorwühlt und ihn über den Kopf zieht.

Es scheint als würde er keine Zeit verlieren wollen.

Mein Bruder wirft mir ein süffisantes Grinsen zu, geht nach draußen, springt mit einem Satz die Treppe nach unten, schwingt sich auf die schwere Maschine und braust davon.

Mir geht das alles zu schnell.

Ich weiß nicht wie … was … wo …

Ich stütze den Kopf in die Hände und lasse mich auf der Eingangstreppe nieder.

Der Himmel verfärbt sich langsam dunkel und die Sonne geht als lodernder Feuerball unter.

Die Farbe erinnert mich an eine andere Welt.

Meine Welt.

Ich starre auf dieses abendliche Schauspiel, dass ich zum ersten Mal erlebe.

Ein Kichern reisst mich aus meinen Gedanken.

Zwei Mädchen gehen an mir vorüber.

Sie tuscheln und werfen mir eindeutige Blick zu.

Ich verziehe angewidert meine Mundwinkel.

Einfältige, dumme Gänse!

So leicht sind sie also zu haben.

Wenn sie wüssten wer ich bin …

 





7. Eintrag

Nathan hat es getan!!!

Er kam mit einem siegessicheren Grinsen bei mir an.

Er hat geprahlt, wie unsagbar leicht es gewesen sei und wieviel Spaß es ihm bereitet hat.

Und nach meinem Erlebnis am ersten Abend glaube ich ihm das sofort.

Weiber sind scheinbar sowas von berechenbar und leicht zu durchschauen.

Ein Kinderspiel!

Damit ist er mir bereits einen Schritt voraus.

Einen verfluchten winzigen Schritt, der dennoch alles entscheiden kann.

Ich beneide ihn!

Und ich verachte mich, für meine Unentschlossenheit.

Ich weiß selbst nicht, was mich davon abhält es zu tun.

Und da ist es wieder, das Gefühl von Wut und Hass.

Auf mich!

Auf meine innere Zerrissenheit!

Auf IHN!

Und sogar auf meinen Bruder!

Der Hass treibt mich an.

 Er geht als Sieger der widersprüchlichen Gefühle vor, die in mir toben.

GEFÜHLE??? Ahhhhhhhhhhhhhh!!!

Ich werde Nathan ein ebenbürtiger Gegner sein.

Schließlich will ich ebenso gewinnen wie er.

Außerdem bin ich nicht hier um Schäfchenwolken zu zählen.

 Desweiteren mache ich nur das, was mir immer gelehrt wurde.

Es ist richtig sie auf die Probe zu stellen.

Werden sie schwach und damit Teil des Spieles werden?

Oder besitzen sie genügend Selbstbewusstsein und Standhaftigkeit um zu widerstehen?

Wir werden sehen …

Morgen werde ich es Nathan gleich tun.

 

8. Eintrag

Zum Teufel, ich habe es auch getan!

Wir beide um genau zu sein.

Nathan und ich.

Einerseits bin ich stolz auf mich. Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich so sein kann wie ER mich haben will.

Und es war so verdammt leicht!

So unglaublich einfach!

Ich konnte es kaum fassen wie unsagbar einfältig und dämlich sie sind.

Es war tatsächlich ganz genauso wie Nathan es beschrieben hat.

Doch ich bekomme dieses Bild, von dem was wir getan haben, nicht mehr aus meinem Kopf.

Es verfolgt mich!

Tag und Nacht!

In mir keimen Zweifel, die ich eigentlich nicht haben dürfte.

Ist es wirklich richtig, was wir tun?

Ich versuche meine widersprüchlichen Gefühle zu verstecken.

Doch es gelingt mir nicht.

Nathan lacht über mich.

Er zieht mich auf, wann immer es geht.

Beschimpft mich als Versager und Weichei.

Doch das werde ich nicht auf mir sitzen lassen, immerhin bin ich trotz allem SEIN Sohn.

Ich werde meine sämtliche Willenskraft aufbringen und die Bilder in die hintersten Winkel meines Gedächtnisses verbannen.

Denn ich werde es immerhin noch einmal tun müssen.

Und noch einmal … und noch einmal … und noch einmal … und noch einmal …

 



9. Eintrag

Nathan kann von dem Spiel gar nicht mehr genug bekommen.

Und er ist sich seiner Sache so ungeheuer sicher.

Er denkt gar nicht daran, dass ich ihn übertrumpfen könnte.

Beim letzten Mal hat Nathan etwas länger gebraucht um zu bekommen was er wollte.

Doch letztendlich gelang es ihm doch.

Wenn es nicht das wäre, was es ist, könnte ich über die Naivität seiner Trophäen fast lachen.

Wie dumm kann man eigentlich sein?

Ich habe es noch nicht über mich gebracht erneut Teil des Spiels zu werden.

Wobei ich eigentlich ständig ein Teil davon bin, doch momentan habe ich mich selbst zum Aussetzen verdonnert.

Aber morgen werde ich den nächsten Spielzug planen und mich von Nathan nicht mehr ins Aus befördern lassen.

Schließlich will ich gewinnen!

Was bleibt mir auch schon anderes übrig?

Soll mein Dasein noch beschissener werden, als es sowieso schon ist?

Ich habe keine Wahl!

Tod und Verderben!

Dunkelheit und Schmerz!

Das ist es, woraus meine Welt besteht.

Und es gibt für mich kein Entkommen!

 



10. Eintrag

Heute ist etwas absolut Außergewöhnliches geschehen. Es ist so absonderlich, dass es mir schwer fällt Worte dafür zu finden.

Eigentlich war alles wie die letzten Tage auch, mit der einen Ausnahme, dass ich heute etwas später dran war als Nathan.

Und dann beschert mir das Schicksal (der Zufall?) eine Begegnung, die mir immer noch nachhaltig in Erinnerung geblieben ist.

Oder um es besser zu fomulieren: Eigentlich kann ich seitdem an nichts mehr anderes denken.

Ich fühlte mich, als stünde ich unter einer Dusche. Zuerst ein eiskalter Schauer, der mich schaudern lässt und meinen Körper so zum Prickeln bringt, dass sich sämtliche Härchen hochstellen.

Und plötzlich wird das Wasser immer wärmer, weicher. Es verdrängt das Schaudern und an dessen Stelle tritt allesumfangende Hitze, die meinen Körper zum Glühen und mein Herz zum Rasen bringt.

Es war so verwirrend für mich, dass ich mich der Situation nicht länger gewachsen fühlte.

Also ging ich.

Ich habe es meiner Erziehung und meiner inneren Willensstärke zu verdanken, dass meinem Gegenüber nicht auffiel wie durcheinander ich war.

Ich konnte cool und gelassen bleiben.

Ganz so wie es mir jahrelang eingebläut wurde.

Doch wenn ich an morgen denke und daran, dass sich diese Begegnung mit IHR wiederholen könnte, dann … HILFE!!!

Was passiert da gerade mit mir???